Archiv für Oktober 2011
SF Siegen – SSVg Velbert
Veröffentlicht Oktober 27, 2011 Fotos Saison 11/12 Hinterlasse einen KommentarJeder ist ein Teil des Ganzen – Auch du bist der Verein!
Veröffentlicht Oktober 24, 2011 Allgemein Hinterlasse einen KommentarEs hat sich viel verändert: Statt den großen Stadien der Republik steuern wir seit vier Jahren die kleinsten Vororte Nordrhein-Westfalens an. Von der so geliebten Fußballatmosphäre, die uns nicht selten schon Tage vor einem Spiel in ihren Bann zog, ist nicht mehr viel geblieben.
Die finanzielle wie sportliche Talfahrt, die mit dem Abstieg aus der zweiten Liga ihren Anfang nahm und in der Insolvenz sowie demütigender Existenzangst in der NRW-Liga ihren Höhepunkt fand, hat auch die Fanszene verändert.
Da sich nun im vierten Jahr Bedeutungslosigkeit Besserung abzeichnet und wir auf ein Ende der Tristesse hoffen, ist es an der Zeit, die Entwicklung unserer Gruppe und der gesamten Szene Revue passieren zu lassen.
Wir wollen darlegen, wofür wir gekämpft haben und versuchen, unser Handeln verständlich zu machen.
Zunächst ein Blick zurück: Der eintönige Ligaalltag trug seinen Teil dazu bei, dass zahlreiche Personen den Anschluss zu den Sportfreunden und der Fanszene verloren. Dornberg, Schermbeck oder Duisburg II sind nun mal nicht Bochum, Offenbach oder auch Reutlingen.
Der einst noch mehrere hundert Leute umfassende Kern der Auswärtsfahrer schmolz auf Zahlen, die nicht einmal mehr einen Fanbus gefüllt hätten. Verschweigen wollen wir aber nicht, dass diese für uns bis dato unbekannte Situation auch auf den Folgen des verjährten Spiels gegen die SG Wattenscheid 09 beruhte.
„Es gilt, einen Verein zu verkörpern, der von Menschen mit Herzblut gelebt wird und einen festen Bestandteil des alltäglichen Lebens darstellt.“
Auf ein Minimum reduziert begann die Fanszene, ihr eigenes Verhalten vor, während und nach den Spielen selbstkritisch zu betrachten. Verwüstete Zugabteile, geplünderte Kioske, betrunken und pöbelnd in fremde Städte einfallen? Vergangenheit.
Immer weiter verankert sich das Bewusstsein dafür, dass jeder Einzelne seinen Verein in der Öffentlichkeit präsentiert und eine entsprechende Verantwortung mit sich trägt. Oftmals waren es nämlich noch auf vergangenen Tagen beruhende Wahrnehmungen von Ordnungsdiensten und Behörden, die zu einer erhöhten Polizeipräsenz am Spieltag führten, was nicht selten Probleme mit sich brachte.
Dies nehmen wir nun genau wie übertriebene Fanutensilien- und Leibeskontrollen kaum mehr wahr. Auf den Punkt gebracht: Der Fanszene Siegen wurde dank der positiven Entwicklung eine neue Chance gegeben, was darin mündete, dass unser Verein alle Stadionverbote aufgehoben hat. Die daraus resultierenden Freiräume erleichtern es uns, unsere Emotionen am Spieltag voll und ganz auszuleben und nach unseren Idealen zu streben.
Doch was bedeutet „Emotionen ausleben“ überhaupt? Für uns, die Turnschuhcrew Ultras, geht „Fan-Sein“ über die 90 Minuten und den gesamten Spieltag hinaus. Es beinhaltet, unseren Verein, unsere heimische Stadt und unsere Gruppe zu jederzeit würdevoll zu repräsentieren sowie unsere Ideale und Moralvorstellungen in den Fanblock einfließen zu lassen, kurz: sie zu leben. Dazu gehört auch, sich nicht bedingungslos anzupassen, um allen gerecht zu werden.
Durch die angesprochenen Entwicklungen der letzten Jahren und der Manifestierung unserer Ideale im Hinblick auf die einzelnen Spieltage, stellen wir eine weitere Veränderung fest: Die Anzahl derer, die sich für die lautstarke 90-minütige Unterstützung der Mannschaft aussprechen, ist um einiges kleiner geworden.
„Gegen Rechtsextremismus, ungezähmten Alkoholkonsum, Vandalismus und anderen Vereins/-Fanszenenschadender Aktivitäten!“
Keine Frage, Außendarstellung und Support haben sich im Block grundlegend geändert. Große, farbenfrohe Schwenker und Doppelhalter sowie gänzlich neue Lieder hielten Einzug und haben unserer Ansicht nach Qualität und Niveau deutlich angehoben. Gründe hierfür liegen darin, dass wir unserem eigenen Fanblock eine einzigartige Persönlichkeit geben wollen, die sich von anderen Kurven unterscheidet.
Hinsichtlich unserer Ideologie, werden wir es daher nicht mittragen, wenn alte, aussortierte Gesänge angestimmt werden, da diese oftmals weit hinter dem aktuellen Niveau liegen. Wir distanzieren uns bewusst von veralteten und kopierten Gesängen, die scheinbar noch immer in den Köpfen Einzelner verankert sind – Lieber individuelles Liedgut, statt 0815 Ruhrpottschlager! Auch werden wir niemals rassistisches Gedankengut inmitten unseres Ultráblocks in Form von Utensilien oder Gesängen dulden, denn Mannschaft und Fans band schon immer die rot-weisse Farbe des Trikots, nicht die der Haut.
„Wir wollen dazu motivieren, dass einige, sich angesprochen fühlende Personen, ihr eigenes Verhalten bei Spielen mit Sportfreunde-Beteiligung beginnen zu hinterfragen.“
Wir wollen und können niemandem vorschreiben, wie er sich selbst in der Öffentlichkeit zu präsentieren hat, dennoch können wir darauf aufmerksam machen, dass im Falle eines „Fehlverhaltens“, nicht nur die eigene Person in Verruf stehen könnte, sondern auch die gesamte Szene sowie unser Verein – Sportfreunde Siegen von 1899 e.V. !
Wir wollen diesen Text nicht arrogant klingen lassen, als beispielhaftes zentrales Organ unseres Vereines – Im Gegenteil: Auch wir als junge Gruppe lernen ständig dazu und sind bereit, die hier ausgeführten Punkte mit euch, bei den ins Leben gerufenen Fanstammtischen, zu besprechen und darüber hinaus unseren Standpunkt näher zu bringen.
Gemeinsam für Siegen!
Turnschuhcrew Ultras, Oktober 2011





























